Dating-Mythen endgültig begraben, Teil 3
In den ersten beiden Teilen dieser Serie haben wir bereits einige der größten Dating-Mythen entlarvt: vom angeblichen Single-Mangel bis zur Idee, dass nur reiche oder besonders gutaussehende Männer eine Chance haben. Heute folgt der dritte und letzte Teil unseres Mythen-Checks.
Was hat Mythen-Entlarven mit erfolgreichem Flirten zu tun?
Wenn du zum ersten Mal versuchst, eine Frau für dich zu gewinnen, wirst du merken, dass dein Kopf voller Zweifel steckt. Diese Zweifel sind kein Zufall: Sie wurden dir über Jahre von Gesellschaft und Kultur unbewusst antrainiert. Das ist die einfachste und ehrlichste Erklärung. Du zweifelst an deiner Wirkung auf Frauen, weil du mit verbreiteten Halbwahrheiten und Missverständnissen über Frauen aufgewachsen bist.
Wenn du beim Kennenlernen selbstsicher auftreten und echte Verbindungen aufbauen willst, musst du diese Mythen als das erkennen, was sie sind, damit sie dich nie wieder ausbremsen. Im finalen Teil unserer Mythen-Serie nehmen wir uns zwei besonders kuriose Exemplare vor, die es trotzdem bis in die Popkultur geschafft haben.
Mythos 1: Frauen wissen zu 100 Prozent, was sie bei Männern wollen
Dieser steinalte Mythos hält sich seit Jahrzehnten, und es sieht nicht so aus, als kämen Männer von allein dahinter. Deshalb helfe ich nach: Frauen sind sich nicht zu 100 Prozent sicher, was sie bei Männern suchen. Genauso wenig, wie Männer felsenfest wissen, welche Frau ideal für sie wäre.
Stell dir zur Vereinfachung vor, im Kopf eines Menschen laufen drei Kanäle zum Thema Liebe, Nähe und Romantik. Der erste Kanal heißt “Was ich mir bei einem Partner wünsche”. Der zweite heißt “Was ich bei einem Partner nicht will”. Und der dritte Kanal heißt “Realität”.
Das Entscheidende: Die ersten beiden Kanäle sind reine Theorie, Wunschdenken und Erfahrungswerte. Der dritte Kanal, die Realität, läuft davon völlig unabhängig. Was bedeutet das konkret? Eine Frau mag eine ziemlich klare Vorstellung davon haben, wie ihr “Traummann” aussieht. Aber sie reagiert trotzdem auf den Moment. Wenn echte Anziehung, Spannung und ein gutes Gefühl da sind, kann die Realität die beiden Theorie-Kanäle mühelos überstimmen.
Ich weiß, viele Männer beschweren sich, Frauen seien “irrational”. Warum? Weil sie auf die direkte Frage, was Frauen wollen, nur vage Antworten bekommen. Der wahre Grund: Viele Männer verstehen nicht, dass Frauen Kreativität, Führungsstärke und Spontaneität schätzen. Frauen wünschen sich Männer, die eigenständig denken und eigene Ideen mitbringen, statt nach Abkürzungen und Schema F zu suchen. Dienst nach Vorschrift beim Dating ist langweilig und ehrlich gesagt auch ein wenig respektlos, denn er signalisiert deinem Gegenüber: “Du bist mir keine echte Mühe wert.”
Wenn wir Männer uns wertgeschätzt fühlen wollen, warum sollte das bei Frauen anders sein? Hier liegt keine Verwirrung auf Seiten der Frauen vor. Wir Männer haben schlicht jahrelang die falsche Frage gestellt.
Zum Mitschreiben: Dein Date mag einen Idealtyp im Kopf haben, aber sie ist bereit, diese Schablone beiseitezulegen, wenn du ihr zeigst, dass du ihre Zeit und Aufmerksamkeit wert bist. Präg dir diesen Satz ein, bis er in Fleisch und Blut übergeht.
Mythos 2: Beim Kennenlernen müssen beide Seiten exakt gleich viel Initiative zeigen
Das ist ein komplexerer, moderner Mythos. Der Kern klingt zunächst fair: Wenn Männer flirten, ansprechen und den ersten Schritt machen, sollten Frauen das gefälligst genauso oft tun. Fifty-fifty, sonst spiele ich nicht mit.
Versteh mich nicht falsch: Natürlich dürfen Frauen den ersten Schritt machen, und es ist großartig, wenn sie es tun. Der Denkfehler liegt woanders. Wenn du dir etwas wünschst, eine Verabredung, Nähe, eine Beziehung, dann bist du derjenige, der etwas möchte. Und wer etwas möchte, wird aktiv. Punkt.
Du willst eine Frau kennenlernen? Wunderbar, dann sei bereit, die Arbeit zu investieren, die dafür nötig ist. Manche Männer sitzen stattdessen da und finden, die Frauen seien “auch mal dran”. Das ist keine Gleichberechtigung, das ist eine Ausrede für Passivität.
Eine attraktive Frau anzusprechen, ein Gespräch zu führen und sie um ein Date zu bitten, das alles sind Zeichen emotionaler Reife. Warum? Weil du weißt, dass es schiefgehen kann, und du trotzdem handelst. Du übernimmst Verantwortung für deine Wünsche, statt auf den Zufall zu warten. Wer dagegen erwartet, dass die andere Seite ihm die Initiative abnimmt, und beleidigt ist, wenn das nicht passiert, der hat schlicht noch ein Stück Wachstum vor sich.